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Selbstdispensation

Die Selbstdispensation (SD) oder direkte Medikamentenabgabe (DMA) ist ein oft emotional diskutiertes Thema und sie wird von Ärzten, Apothekern, Pharmavertretern und Politikern sehr unterschiedlich beurteilt. Damit ist der Interessenkonflikt vorprogrammiert. Auch innerhalb der in der Schweiz tätigen Grundversorger stösst sie auf unterschiedliches Interesse, je nachdem in welchem Kanton praktiziert wird.

In der Ostschweiz wird sie von Patientinnen und Patienten sehr geschätzt, kann doch beim Gang zum Arzt auch gleich das Medikament mitgenommen und zusätzliche Umwege erspart werden. Uns Ärzten erlaubt es eine bessere Therapiekontrolle und schon so manche „ungenügende“ Medikamentenwirkung konnte damit geklärt werden. Zudem ist die SD in den Ostschweizer Kantonen ein finanzielles Standbein, mit welchem wir die – bedingt durch die im landesweiten Vergleich sehr tiefen Taxpunktwerte (TPW) - ungenügende Abgeltung der ärztlichen Leistungen quersubventionieren.

Die Westschweiz kennt keine SD, weshalb dort weder Patienten noch Ärzte deren Vorzüge vermissen. In den sogenannte Mischkantonen (u.a. SH, GR, BE), in denen die Selbstdispensation nur an Orten möglich ist, an denen sich keine Apotheke befindet, existieren beide Systeme parallel, was letztlich einer Diskriminierung der nicht selbtdispensierenden Kollegen gleich kommt.

Analysen haben gezeigt, dass in den Kantonen mit vorwiegender oder ausschliesslicher Selbstdispensation die Gesamtkosten für Medikamente deutlich tiefer sind als in den Nicht-SD-Kantonen.

Die OSGAM vertritt die Auffassung, dass die SD von grossem Nutzen ist und eine „Win-Win“ Situation darstellt: Der Patient profitiert von einer kompetenten Aufklärung durch einen einzigen, bestens informierten Ansprechpartner und braucht keine weiteren Umwege in Kauf zu nehmen. Dem Hausarzt ermöglicht sie eine bessere Therapiekontrolle und damit eine bessere Behandlungsqualität.

Deshalb ist die OSGAM auch Mitglied der APA, die Vereinigung der Aerzte mit PatientenApotheke der Schweiz, die sich nebst der Vertretung der Interessen der selbsdispensierenden Ärzte, für die Qualitätssicherung bei der Führung einer Praxisapotheke stark macht und den Zugang für ihre Mitglieder zu zwei Medikamenteninteraktionsportalen ermöglicht.